SPOphrys morisii MARTELLI (1896)

Moris`Ragwurz
Bas.:
Ophrys morisii MARTELLI 1896
Syn.:
Ophrys argolica ssp. morisii KREUTZ 2004

Anmerkung: Morphologisch steht sie Ophrys crabronifera sehr nahe.
Laut DELFORGE 1991 wird über einen hybridogenen Ursprung dieses Taxons mit den Eltern Ophrys praecox und Ophrys crabronifera diskutiert. Letztere soll komplett absorbiert worden sein.
Ophrys morisii trafen wir neben Ophrys incubacea am häufigsten an. Sie verträgt offensichtlich auch weniger kalkreichen Untergrund.
Ihr Erscheinungsbild war extrem vielgestaltig. In manchen Populationen treten Exemplare mit völlig losgesöstem und stark reduzierten Mal auf. Solche Exemplare erinnern in der Tat etwas an Ophrys crabronifera oder gar Ophrys biscutella.
Von der Op. praecox, mit der sie oft gemeinsam im Biotop steht (vor allem im Süden Korsikas) unterscheidet sie sich durch ihre nach hinten gerichteten Sepalen, den sehr oft behaarten (!) und dunkler als die Sepalen gefärbten Petalen, dem deutlicher ausgeprägten Anhängsel und der Ausbildung und Färbung des Males.

Standort:
besiedelt vollsonnige bis habschattigen Standorte inj Garriguen, Magerweiden, lichten Wäldern und Ränder von Gebüschen auf basischem bis schwach saurem Untergrund. Die Böden können trocken bis frisch, meistens skelettreich sein.
Sie steigt bis 1000 m auf.

Blütezeit: März-April, sie erreicht ihren Blütehöhepunkt etwas nach O. praecox

Verbreitung:
Sardinien und Korsika

Merkmale:
Habitus: 15-40 cm Wuchshöhe, Blütenstand 3-10 blütig, für die Gattung Ophrys relativ dicht gedrängt;
Sepala weißlich bis rosalila, seltener grün, 10,5-15 mm langund 5,5-8,5 mm breit, leicht rückwärts gerichtet mit grünem Mittelnerv und umgebogenen Kanten.
Petala orange bis dunkelbraunrot, 6,5-10 mm lang, Ränder gewellt, behaart!, länglich-lanzettlich geformt. wesentlich kräftiger gefärbt als die Sepala. Der Rand ist meist dunkler als das Zentrum.
Lippe dunkelbraun(-lila), in ausgebreitetem Zustand 10-13,5 mm lang und 13-18,5 cm breit. Selten schwach dreilappig, konvex, am hinteren Rand kurzhaarig, meist ohne Höcker oder nur ganz schwach gehöckert
Lippenmal variabel, meist großflächig und reich gegliedert, teils schildförmig, in Form eines H's oder eines X - das Basalfeld umrahmend. Nicht selten nur zwei inselförmige Überbleibsel im Lippenzentrum.
Meist ist es braunviolett und hell umrandet.
Das Anhängsel ziemlich klein, dreieckig oder gezähnt.
Narbenhöhle so breit wie hoch, deutlich eingeschnürt unterhalb der Pseudoaugen, diese schwarzpurpurn glänzend, Staminodialpunkte manchmal vorhanden.
Bestäuber: Anthophora sicheli

17.04.2006 Terzanili / Süd-Korsika - ca. 4-fach vergrößert bei der Auflösung von 1280 x 1024 Pixel -
09.04.2006 Bonifacio / Süd-Korsika - Habitus -
17.04.2006 Terzanili / Süd-Korsika

Hybriden:
mit Ophrys annae, Op. apifera, Op. eleonorae, Op. incubacea, Op. praecox, Op. conradiae, Ophrys panattensis und Op. tenthredinifera s.l. bekannt.

11.04.2006 Col Thegime / Nord-Korsika - ein Größenvergleich -
17.04.2006 Terzanili / Süd-Korsika - im Biotop -
17.04.2006 Terzanili / Süd-Korsika
10.04.2006 Pertamina Village / Süd-Korsika - ca. 4-fach vergrößert bei der Auflösung von 1280 x 1024 Pixel -