Serapias nurrica CORRIAS (1982)

Nurra- Zungenständel

Standort: vollsonnig bis leicht beschattet auf Magerwiesen, extensiv beweideten Nutzflächen über saurem Untergrund, lichten Nadelwäldern und Straßenböschungen.

Verbreitung:
Verbreitungsschwerpunkt bilden die Inseln Korsika und Sardinien.
Die Verbreitungsgrenzen nach heutigem Wissenstand liegen im Norden an der südfranzösischen Küste, östlich im italienischen Kalabrien, südlich im Nordosten Siziliens und westlich in Südportugal.
Diese unverwechselbare Art ist überall selten.

Ihre vertikale Verbreitung reicht von 0 - 1000 m.
Auf Korsika liegt ihr Verbreitungsschwerpunkt in der Gegend um Porto Vecchio.

Blütezeit:
von (Mitte) Ende April bis Mai

Merkmale:
Habitus:
relativ robuste Pflanze, Wuchshöhe 20 - 35 cm, Stängel grün, Blattscheiden an der Stängelbasis deutlich strichförmig gefleckt, Stängel im oberen Bereich rötlich überlaufen
Laubblätter 5 - 8, steif aufwärts gerichtet, lineal- lanzettlich und mehr oder weniger stark rinnig gefaltet, die oberen tragblattartig werdend
Blütenstand kurz und relativ dicht mit durchschnittlich 5 - 8 mittelgroßen Blüten besetzt
Hochblätter außen silbrig- grau mit violetter Nervatur, kürzer als der relativ steil aufwärts gerichtete Blütenhelm
Sepala außen silbrig graulila gefärbt, ebenfalls violett geadert, etwa 20 - 24 mm lang, eilanzettlich spitz
Petala im Helm verborgen, mit den Sepala "verklebt", von außen nicht sichtbar, an der Basis dunkelpurpurn tropfenförmig bis dreieckig, dann schmal dreieckig (fast fadenförmig) spitz zulaufend
Lippe mittelgroß, 25 - 35 mm lang, zweigliedrig, a
m Grund mit zwei divergierenden, dunkelpurpur glänzenden Schwielen
Hypochil (
Lippenhinterteil) mit mattlila aufgestellten Seitenlappen, die kaum aus dem Blütenhelm herausragen
Epichil (Lippenvorderteil) eiförmig lanzettlich, spitz zulaufend, schräg nach vorn bis abwärts gerichtet, am Grund mäßig behaart, im Zentrum braunrot gefärbt
Die nach oben gebogenen, meist gewellten Ränder sind weißlich bis mattlila. Das macht diese Art praktisch unverwechselbar!

20.04.2006 Suartone / Südkorsika
20.04.2006 Suartone / Südkorsika - Habitus -

Hybriden:
bisher mit Serapias cordigera und S. lingua von Sardinien bekannt.

20.04.2006 Suartone / Südkorsika
20.04.2006 Suartone / Südkorsika - im Biotop -
20.04.2006 Suartone / Südkorsika - ein Größenvergleich -