Nigritella rubra (WETTSTEIN) K. RICHTER (1890)

Rotes Kohlröschen

Wuchshöhe 8- 20 cm. Der kräftige Stängel ist hell- bis gelblich grün und bis zum Blütenstand beblättert. Die unteren Laubblätter sind grundständig und dicht gedrängt angeordnet, linealisch lanzettlich geformt, rinnig gefaltet und wirken somit grasartig. Die weiter oben am Stängel angeordneten Blätter gehen zum Blütenstandbereich hin in Tragblätter über.
Die Tragblätter sind ungefähr so lang wie der Fruchtknoten, schmal- lanzettlich, spitz zulaufend und an den Rändern rötlichbraun überlaufen. Ein regelmäßiger Stiftchensaum wie beim Dolomiten-Kohlröschen fehlt, die unregelmäßig angeordneten Zähnchen sind nur sehr klein und selbst mit Lupe kaum erkennbar.
Der Blütenstand ist zu Beginn der Blühphase pyramidenförmig, später länglich eiförmig, wesentlich länger als breit, sehr dicht- und vielblütig.
Die Farbe der Blüten ist ein leuchtendes, warmes Rot und verströmen einen starken vanilleartigen Duft.
Die Perigonblätter sind schmal lanzettlich, wobei die Petalen etwas schmäler als die Sepalen sind, die eiförmige Lippe steht nach oben und ist, als wichtiges Merkmal, ca. bei der Hälfte sattelförmig verengt. Der Sporn ist stumpf und kurz, jedoch deutlich länger als bei N. nigra ssp. rhellicani.
Das Rote Kohlröschen ist bedeutend seltener als das Schwarze Kohlröschen, kommt zwar mit ihm zusammen vor, blüht aber ca. 2 Wochen früher und ist mehr an Kalk gebunden.
Es steht auf alpinen, kurzrasigen Magerrasen an felsigen, warmen, geschützten und sonnigen Stellen.
Blütezeit ist von Ende Juni bis Mitte/ Ende Juli.

17.07.2004 Südtirol - Blütenstand -
Hybriden:
mit Nigritella rhellicani, Gymnadenia conopsea und Gymnadenia odoratissima bekannt.
28.06.2003 Ammergauer Alpen - Habitus -
03.07.2002 Südtirol - Habitus mit der typischen Blütenstandform -
28.06.2003 Ammergauer Alpen