Ophrys bombyliflora LINK (1800)

Hummelschweber-Ragwurz, Drohnenragwurz

Wuchshöhe 5- 20 cm.
Die hellgrünen, matten, rosettig angeordneten Grundblätter und die leuchtenden Perigonblätter der Blüten lassen diese sehr kleinwüchsige Orchidee
sich vom Untergrund recht gut abheben.
Meist trägt sie nur 1-2 Blüten, in selteneren Fällen aber auch bis zu 5 Stück.
Die fleischig wirkenden, hellgrünen Sepalen sind breit eiförmig geformt und ca. 3-4 mal größer als die dreieckigen, behaarten bräunlich-grünen Petalen.
Das dunkelbraune Labellum
ist breiter als lang und tief dreilappig mit gehöckerten und behaarten Seitenlappen. Den halbkugeligen Mittellappen ziert ein unauffälliges braunes bis leicht violettes, flächiges Mal. Das von vorn nicht sichtbare Anhängsel ist nach hinten eingeschlagen. Charakteristisch ist auch die verhältnismäßig kurze stumpfe Säule.
Ophrys bombyliflora ist in ihrem Erscheinungsbild einheitlich über das gesamte Verbreitungsgebiet.
Dies macht sie sehr gut unterscheidbar.
Von Rhodos wurden aber auch sehr kleinblütige Pflanzen gemeldet. Der Status dieser Pflanzen ist noch nicht geklärt.
Als Bestäuber wurden je nach Gebiet verschiedene Arten aus der Eucera orianensis- Gruppe nachgewiesen.
Verbreitet ist sie beinah über den gesamten Mittelmeerraum, von Nordafrika bis Istrien. Sie ist die einzige Vertreterin ihrer Gattung auf den Kanaren.
Bevorzugt besiedelt sie basenreiche, leicht feuchte bis mäßig trockene Areale in lichten Wäldern, Garriguen und Magerwiesen. Zu trockene Standorte meidet sie.
Die Blütezeit ist von Ende März bis Ende Mai. Sie blüht zur gleichen Zeit wie z.B. Anacamptis laxiflora, Anacamptis papilionacea s. l. und diversen Ophrys- Arten.

10.05.2002 Pomer
10.05.2002 Pomer

Auf Istrien kommt Ophrys bombyliflora nur ganz im Süden der Halbinsel bei Pula vor. Sie erreicht hier wohl ihre nördliche Verbreitungsgrenze. Hier steht sie küstennah zusammen mit Ophrys bertolonii, Ophrys incubacea, Neotinea tridentata, Anacamptis pyramidalis, Serapias lingua und anderen Orchideen.

10.05.2002 Pomer