SPOphrys mammosa s.l. DESFONTAINES (1807)

Busen-Ragwurz

Mit bis zu 70 cm Wuchshöhe zählt die Busenragwurz zu den eher hochwüchsigen und recht vielblütigen Ragwurzarten.
Die Blätter sind in einer Rosette gehäuft angeordnet, lanzettlich geformt und bis zu 20 cm lang.

In ihrer Grundfarbe sind die Sepalen grün gefärbt, wobei die seitlichen in der unteren Hälfte mehr oder weniger stark rot überlaufen sind.
Etwas länger als die Hälfte der Sepalenlänge sind die gelblichgrünen bis purpurgefärbten, am Rand leicht gewellten Petalen.
Ihren Namen verdankt diese stattliche Vertreterin aus der sphegodes- Verwandtschaft den meist kräftigen, breit kegelförmigen Höckern auf dem ganzrandigen Labellum, welche außen dunkel kurz behaart und innenseitig hell und kahl sind.
Die Lippe ist rötlich schwarz-braun gefärbt und konvex gewölbt. Durch den manchmal stark umgeschlagenen Lippenrand erscheint das Labellum länglich dreieckig. Die graublaue bis violette Malzeichnung ist H- förmig oder nur in 2 parallele Streifen ausgebildet, welche das Basalfeld umschließen. Die Narbenhöhle ist ungefähr halb so hoch wie breit.
Der schnabelförmige Fortsatz der Säule ist bis zu 2 mm lang.
Das Anhängsel ist sehr klein, gelblichgrün bis bräunlich und spitz.
Ihr Verbreitungsgebiet ist der gesamte östliche Mittelmeerraum; ostwärts bis Aserbaidschan.
Auf Kreta besiedelt sie basenreiche, nur mäßig feuchte bis trockene Böden an meist ohnehin artenreichen Standorten im offenen Gelände, Phrygana und Ödland.
Die Blütezeit ist von Ende März bis Ende April in den bergigeren Regionen.

Anmerkung:
Wie auch hier auf den Bilder zu sehen ist, weicht das Erscheinungsbild der kretischen Pflanzen teilweise deutlich von einer mammosa im engen Sinne ab. Dies bezieht sich in erster Linie auf die öfter nur schwach ausgeprägten Höcker und die zum apikalen Ende hin stark verjüngte Lippe, welche in der Seitenansicht eine starke Wölbung (schafsnasenartig) aufweist.
BAUMANN G. & H. BAUMANN beschrieben im Jour. Eur. Orchid. 37 (3) 2005 diese Sippe als Ophrys mammosa ssp. falsomammosa.
HELMUT PRESSER berichtet im Jour. Eur. Orchid. 38 (1) 2006 über das gleiche Phänomen. Zusätzlich wurden von ihm noch Exemplare dieser Sippe mit teilweise farbigem Perigon gefunden.
Seiner Auffassung nach, handelt es sich bei dieser Sippe wahrscheinlich um Ophrys doerfleri.
Tendenziell schließen wir uns dieser Meinung an, belassen aber die Bezeichnung dieser Sippe hier in der Seite bis zur endgültigen Klärung vorerst als Ophrys mammosa s.l.

30.03.2005 Vasiliki
30.03.2005 Vasiliki - Habitus -
Hybriden:
mit Op. ariadne, Op. cretica ssp. bicornuta, Ophrys gortynia und Ophrys spruneri von Kreta bekannt.

30.03.2005 Vasiliki

30.03.2005 - im Vordergrund das Biotop bei Vasiliki, im Hintergrund der Berg Thripti -