Ophrys lupercalis J. DEVILLERS-TERSCHUREN & P. DEVILLERS (1994)

Luperkalien- Ragwurz

Anmerkung: Auf Sardinien bildet Ophrys lupercalis teilweise schwer einzuordnente Übergänge mit Ophrys eleonorae. Einige davon sind auf der eleonorae-Seite abgebildet. Außerdem hatten wir den Eindruck, dass Ophrys lupercalis vor allem im Raum Nuoro in zwei Schüben blüht.
Während unseres ersten Besuches beispielsweise bei Dorgali am 31.03.07
waren die von uns beobachteten lupercalis- Pflanzen in Hochblüte bzw. bereits abblühend. Knappe zwei Wochen später schien es aber einen erneuten Blühschub an gleicher Stelle zu geben.
Während die allgemeinen morphologischen Merkmale zwischen dem ersten und zweiten Blühschub augenscheinlich gleich waren, fiel uns jedoch bei den Mitte April blühenden Pflanzen ein intensiver gefärbtes Mal und eine deutlich stärker ausgeprägte Lippenbehaarung auf.
Aufnahmen des zweiten "Blühschubes" finden sich im unteren Bereich dieser Seite.


Standort:
Sie gedeiht auf alkalischem Substrat, steigt bis auf 1200 m auf und steht vollsonnig bis halbschattig, Ihre Biotope sind Brachland, Garriguen, Gebüsche und lichte Wälder, skelettreiche, windgeschützte Stellen an Berghängen und auch frische, wiesige Straßenböschungen.
In der Regel wird sie von vielen weiteren Ophrys-Arten begleitet.
Bemerkenswerterweise konnten wir jedoch keine gemeinsamen Vorkommen von Ophrys lupercalis und der in allen Teilen kleineren Ophrys zonata beobachten, wissen aber, dass es diese in der Gegend um Osini gibt. Trotzdem scheint es, dass diese gemeinsamen Vorkommen auf Sardinien sehr selten sind.
Grob gesagt, zieht sich das Areal von Ophrys zonata vom Norden über den Westteil bis in den Süden, während Ophrys lupercalis ihren Verbreitungsschwerpunkt eher im Osten der Insel hat.

Verbreitung:
Sie ist im Mittelmeerraum relativ weit von der Ägäis, Korsika, Italien inkl. Sardinien und Sizilien, Frankreich, Spanien, eventuell auf Marokko, Malta, Portugal und Tunesien verbreitet
Auf Sardinien liegt der Verbreitungsschwerpunkt in den kalkreichen Bergmassiven der Provinz Nuoro.

Blütezeit:
Sehr früh, von (Dezember-) Februar-März (-April).

Auf Sardinien blüht sie von Mitte März bis April, je nach Höhenlage und offenbar in zeitlich etwas versetzten Schüben.

Merkmale:
Habitus: Wuchshöhe 10-30 cm, Blütenstand mit bis zu 10, relativ glanzlosen, matten, für den fusca-Komplex relativ großen Blüten.
Sepala: grün, 11-15 mm x 4-8 mm.
Petala grün gelblichbraun, spatelig, 7-10 mm x 1-2 mm
Lippe dreilappig, schräg herabhängend (subhorizontal) 10 - 18 mm x (8,5-) 10-16 mm im ausgebreiteten Zustand.
Sie besitzt einen leichten Basalknick und eine schwach ausgeprägte Mittelfurche. Am basalen Teil der Furche weist sie recht gut erkennbare, kurze Wülste auf, teilweise wie bei Op. phryganae, andermal wie bei Op. iricolor.
Gelber Lippenrand sehr schmal oder fehlend.
Lippenaspekt (nach WUCHERPFENNIG 2004): lang, schmal, düster mit deutlichem hellen ("gewaschenen") Hals.
Lippenfärbung: durch die deutliche, etwas struppige Behaarung matt dunkelbraun erscheinend.
Lippenmal: relativ groß, hell und glanzlos bis matt glänzend; mit einem teils recht breiten hellen Omega am apikalen Ende des Mals.
Narbenhöhle der Eingang zur Narbenhöhle stellt sich als großes und deutliches, weisslich behaartes V dar.
Sie ist deutlich breiter als hoch.

Staminodialpunkte fehlen.
Bestäuber: Andrena nigroaenea
Deshalb wurde dieses Taxon von PAULUS & GACK auch mit dem Namen nigroaenae-fusca versehen.

31.03.2007 Dorgali
31.03.2007 Dorgali - Habitus -
07.04.2007 su Gologone
07.04.2007 su Gologone - Größenvergleich im Millimeterraster -
Hybriden:
mit etlichen Spezies der Gattung Ophrys, welche im Biotop mit vorkommen bekannt.
31.03.2007 Dorgali
31.03.2007 Dorgali - Exemplar mit einem sehr blassen Mal -
31.03.2007 Dorgali - im Biotop -
12.04.2007 Dorgali - Blüte des zweiten Blühschubes; auffällig waren die stärker behaarten Lippen -
12.04.2007 Dorgali - Blüte des zweiten Blühschubes -31.03.2007 Dorgali - Pflanzen des ersten Blühschubes -i