Ophrys ortuabis M.P. GRASSO & MANCA (2002)

Ortuabis-Ragwurz
Syn.:
Ophrys fusca ssp. ortuabis (M.P. GRASSO & MANCA) KREUTZ 2004

Standort: vollsonnig bis leicht beschattet in lichter und extensiv beweideter Phrygana. Der Untergrund ist Dolomit, der Boden meist felsig bzw. steinig mit sehr dünner humoser Auflage.
Als Begleitpflanze ist uns vor allem Romulea ligustica (Ligurischer Scheinkrokus) aufgefallen.
In unmittelbarer Nähe der Pflanzen fanden sich Ophrys eleonorae, Ophrys lepida, Ophrys neglecta und Anacamptis longicornu.
Der von uns besuchte Standort lag etwas exponiert, so dass die Vegetation dem Wind recht stark ausgesetzt war. Das hatte zur Folge, dass alle im Biotop vorkommenden Ophrys- Arten sehr kleinwüchsig waren.
Würde Ophrys ortuabis an etwas geschützteren Plätzen gefunden werden, könnte es durchaus möglich sein, dass die beobachtete Wuchshöhe der Pflanzen zunimmt.

Blütezeit:
früh, von Mittte/Ende März bis Anfang April

Verbreitung:
Diese Art ist nach heutigem Kenntnisstand (September 2008) endemisch für Sardinien. Das Verbreitungsgebiet auf der Insel selbst ist allerdings sehr klein und liegt in der Provinz Nuoro.
Es existieren nur wenige Populationen, die zudem nicht allzu individuenreich sind.
Vorkommen außerhalb der Provinz sind natürlich nicht ausgeschlossen und warten vielleicht nur auf ihre Entdeckung.

Trotzdem kann man ohne Übertreibung behaupten, dass es sich bei dieser Art um eine der seltensten Orchideen der Insel handelt.

Merkmale:
Habitus: Mit einer Wuchshöhe von 10-20 cm eher kleinwüchsige Pflanze (eventuell nicht repräsentativ, siehe oben)
Blüten (1) 2 - 36 (4), klein
Sepala hellgrün bis gelblich grün 8 - 9 (-11) mm lang und 5 - 7 mm breit,
Petala gelblich grün, manchmal etwas braun überlaufen, 5 - 6 mm lang und 1-2 mm breit
Narbenhöhle relativ breit, breiter als hoch mit einer dichten weißen Behaarung am Eingang; im Höhlengrund öfter mit braunem Querstrich

Lippe dreiteilig, klein, beinah horizontal abstehend bzw. leicht nach unten zeigend, 7 - 10 mm lang und 7 - 9 mm breit, in der Längsachse annähernd flach bis leicht gewölbt, in der Querachse konvex gewölbt.
Von der Lippenbasis erstrecken sich zwei langestreckte, mehr oder weniger intensiv ausgeprägte Wülste bis zur Hälfte des Malbereiches oder darüber hinaus, die eine relativ lange und tiefe Furche erzeugen;
Lippen-Seitenlappen dreieckig oder abgerundet, vom Mittellappen abstehend oder leicht nach hinten gebogen, Einschnitte zwischen Seiten- und Mittellappen meist recht gut differenziert, manchmal überlappen die Seitenlappen aber auch etwas den Mittellappen;

Lippenränder gut sichtbar, grünlich gelb bis leicht rötlich im Übergang, in der Breite variierend
Behaarung: zur Basis weisend, kurz und weißlich im Basis- und Malbereich, länger, dunkelbraun bis fast schwarz unterhalb des Lippenmales
Lippenmal ca. die Hälfte der Lippe erreichend, farblich variierend von bläulich auf braunem Grund bis schwarz blau, kurz und grau behaart mit blaugrauen "Höfen" am dorsalen Ende

Pollinator: Andrena hypopolia

02.04.2007 Laconi
02.04.2007 Laconi
02.04.2007 Laconi - die Breite des gelben Lippenrandes und die Färbung des Überganges ist ab und an variabel -
Hybriden:
bisher keine gesichert bekannt.
02.04.2007 Laconi - ein Größenvergleich -
02.04.2007 Laconi - im Biotop -
02.04.2007 Laconi
02.04.2007 Laconi (Foto: Katja GRABNER)
02.04.2007 Laconi
02.04.2007 Laconi - ein Größenvergleich im Millimeterraster
02.04.2007 Laconi
02.04.2007 Laconi (Foto: Katja GRABNER)02.04.2007 Laconi (Foto: Katja GRABNER)
02.04.2007 Laconi