Nigritella archiducis-joannis TEPPNER & KLEIN (1985)

Erzherzog-Johann-Kohlröschen

Ähnlich wie bei Nigritella buschmanniae ist das Verbreitungsgebiet der hier vorgestellten Art außerordentlich begrenzt. In diesem Falle liegt es in den nördlichen Kalkalpen Österreichs. Das Erzherzog-Johann-Kohlröschen ist ein Endemit des Steirischen Salzkammergutes und des Toten Gebirges.
Die Populationen über den flachgründigen, unbeweideten alpinen Magerrasen sind zudem relativ klein. In ihrer Umgebung finden sich noch Nigritella widderi, rubra sowie Nigritella rhellicani.
Die 8 bis 20 cm hohen, eher gedrungen wirkenden Pflanzen fallen durch ihre lachsrosa bis fleischfarbene Färbung der kugeligen bis halb ovalen Blütenstände auf.
Die seitlichen Sepalen sind nur wenig abgespreizt, das mittlere Sepalum und die Petalen nach vorn gerichtet. Die ungedrehte und somit nach oben weisende Lippe ist über dem Grund sattelförmig verengt und bleibt zur Spitze hin in Richtung der Längsachse eingerollt.
Diese Merkmale lassen die einzelnen Blüten röhrenförmig und fast geschlossen erscheinen. Man muß schon genau hinschauen um zu bemerken, dass man ein aufgeblühtes Exemplar vor sich hat. Sieht man von den vegetativen Pflanzenteilen ab, hat es eine leichte Ähnlichkeit mit Klee.
Wie bei den anderen Nigritella- Arten ist der Stängel kantig und hellgrün, die Blätter linealisch- lanzettlich (grasartig), rinnig gefaltet, am Grunde rosettig gehäuft und nach oben hin tragblattartig werdend. Die Tragblätter sind ab der Mitte zur Spitze hin bräunlich- purpurn überlaufen und weisen am Rand einen mit der Lupe gut erkennbaren Stiftchensaum auf.

Die Fortpflanzung erfolgt über Apomixis (
Bildung von lebensfähigen Embryonen in der Samenanlage ohne vorherige Befruchtung; sie ist teraploid 2n=80) worauf optisch schon die nur wenig geöffneten Blüten hinweisen.
Die sehr selten Orchidee wächst zwischen 1750 und 2000 Höhenmetern und blüht von Anfang Juli bis Anfang August ca 1 Woche nach N. rubra und 1-2 Wochen vor N. rhellicani.

23.07.2004 Steiermark - Blütenstand -
23.07.2004 Steiermark - Habitus -
Hybriden:
keine bekannt.
23.07.2004 Steiermark - die Blüten vergrößert -
23.07.2004 Steiermark - Stiftchensaum am Tragblattrand-
16.07.2004 Brenta / Südtirol - Einzelblüte, in der Mitte der Säule die Rostellumfalte --
23.07.2004 Steiermark - Habitus -
23.07.2004 Steiermark - Biotop, kalkhaltige-