Serapias cordigera LINNÉ (1763)
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Herzförmiger Zungenständel

Syn.:
Serapias glabra LAPEYROUSE 1813 nom. illeg.
Serapias ovalis L.C.M. RICHARD 1817 nom. illeg.

Standort: Brachland, kurzrasige Wiesen, Straßen- und Wegränder, seltener in lichten Kastanien-, Kiefern- und Eichenwäldern, Phrygana und Macchia an mäßig feuchten bis trockenen Stellen über basenreichen bis leicht saurem Untergrund.

Verbreitung:
Von der Küste bis 1000 m aufsteigend,
mit einer Hauptverbreitung im zentralen und westlichen Mittelmeerraum. Ostwärts mit Vorkommen in der westlichen Türkei, Südwärts bis Nordafrika, im Norden bis Westfrankreich und westlich bis zu den Azoren.
Auf Korsika hauptsächlich in der Südhälfte der Insel, im Norden vereinzelt z.B. bei Ponte Leccia und St. Florent.

Blütezeit:
von Anfang April bis Ende Mai

Merkmale:
Habitus:
kräftige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20 - 40 (50) cm, Blattscheiden an der Stängelbasis in den meisten Fällen braunrot gestrichelt
Laubblätter 5 - 9, grün, lanzettlich, rinnig schräg aufwärts gerichtet bis bogig überhängend
Blütenstand zu Beginn der Anthese gedrängt und dicht, später gestreckt mit 3-10 (selten bis zu 20) großen, dunkelroten bis rotbraunen Blüten
Hochblätter außen silbrig mit roten Nerven, in etwa so lang wie der schräg aufwärtsgerichtete bis waagerecht Blütenhelm
Sepala außen silbrig graulila, innen rotbraun, etwa 23 - 30 mm lang, eilanzettlich spitz
Petala im Helm verborgen, von außen nicht sichtbar, dunkel purpurn gefärbt, Basis tropfenförmig und dann zu einer sehr schlanken Spitze auslaufend, etwas kürzer als die Sepala
Lippe groß, zweigliedrig, dunkelrot bis fast schwarzt gefärbt, a
m Grund mit zwei schwarz glänzenden, dibergierenden Schwielen,
Hypochil (
Lippenhinterteil) überlappt in ausgebreiteten Zustand deutlich das Epichil, in natürlichem Zustand sind die Seitenlappen der Hinterlippe nach oben gebogenen und ragen nur wenig aus dem Blütenhelm heraus,
Epichil (Lippenvorderteil) ist fast so breit wie das Hypochil!, herzförmig, bis zur Mitte stark behaart, nach unten oder leicht zurückgeschlagen

Die Bestäubung erfolgt über Insekten, die zum Schutz während des Schlafens die vom Blütenhelm gebildete Höhle aufsuchen und dabei die Pollenpakete an den Kopf oder Hinterleib geheftet bekommen.

14.04.2006 Ajaccio / Südkorsika
10.04.2006 westlich von Bonifacio / Südkorsika - Habitus -

Hybriden:
sind mit Serapias lingua, S. bergonii, S. nurrica, S. olbia, S. orientalis, S. parviflora, S. vomeracea , S. neglecta , S. neglecta , Anacamptis laxiflora und An. papilionacea ssp. papilionacea bisher bekannt.

10.04.2006 westlich von Bonifacio / Südkorsika - ein Größenvergleich -
 
16.04.2006 Fautea / Südkorsika - das Biotop bei Fautea; weitere Arten :Serapias parviflora, Serapias lingua und Serapias nurrica --
13.04.2006 Porto Vecchio / Süd-Korsika - eine Biene mit angehefteten Pollenpakete sitzt im Blütenhelm -
16.04.2006 Fautea / Südkorsika - hier war der Trauer-Rosenkäfer Oxytthyrea funesta in vielen Blütenhelmen zugange sehr aktiv. Wir hatten den Eindruck, dass sich die Käfer die Pollenpakete als Leckerbissen auserkoren hatten. -16.04.2006 Fautea / Südkorsika