Dactylorhiza lapponica (LAESTADIUS ex HARTMANN) SOÓ (1962)

Lappländische Fingerwurz

Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist noch nicht hundertprozentig erforscht. Es gibt Vorkommen in Nord- und Mittel-Skandinavien, in Großbritannien und im gesamten Alpengebiet. Mittlerweile sind Funde aus Ungarn veröffentlicht worden.
IIm Alpengebiet wurde sie erst in den vergangenen Jahrzehnten sicher festgestellt. Man nimmt an, dass sie oft mit Dactylorhiza traunsteineri und D. majalis verwechselt wurde, da sie in ihren Erscheinungsbild als sehr variabel gilt und je nach Standort zu der einen oder anderen, oben genannten Art tendieren kann.
Der hohle, relativ dünne Stängel wird zwischen 10 und 30 cm ho
ch und ist im oberen Bereich meist violett- braun überlaufen.
Die vom Stängel abstehenden, meist drei Laubblätter sind schmal- bis breit- lanzettlich, oberseits, vor allem zum Blattende hin kräftig gefleckt und über den Stängel gleichmäßig verteilt.
Das unterste Laubblatt ist auffallend klein und steht zungenförmig schräg nach oben. Die Blätter sind in der hinteren Hälfte am breitesten - breiter und kürzer als bei D. traunsteineri, jedoch wesentlich schmäler und ebenfalls kürzer als bei D. majalis.
Der Blütenstand ist zylindrisch, locker- und armblütig. Die bis zu 20, im Vergleich zu D. traunsteineri kleineren Blüten sind meist dunkel-purpurn, selten etwas heller gefärbt.
Die seitlichen Sepalen sind eiförmig- lanzettlich geformt, aufgerichtet und seitlich zurückgeschlagen. Das mittlere ist über die Petalen geneigt. Die Lippe ist dreilappig bis ungeteilt, wenig breiter als lang und weist auf der kaum helleren Basis ein dunkleres Linien- oder Schleifenmuster auf. Der Sporn ist kegelförmig, gerade abstehend oder leicht abwärts gebogen, etwas kürzer bis so lang wie der Fruchtknoten.
Sie besiedelt vorzugsweise feuchte bis nasse Hang- und Quellmoore mit Tuffbildung
auf kalkreichen Böden. Sie steht gern sonnig und verträgt keine allzu hohe Begleitvegetation.
Höhenverbreitung von ca. 1000 bis ca. 2400 m
.
Blütezeit ist von Mitte Juni bis Ende Juli.

11.07.2004 Spitzingsee
11.07.2004 Spitzingsee

11.07.2004 Spitzingsee
Hybriden: bekannt mit Dactylorhiza fuchsii, D. majalis und D. traunsteineri .
11.07.2004 Spitzingsee
11.07.2004 Spitzingsee 11.07.2004 Spitzingsee 11.07.2004 Spitzingsee