Dactylorhiza traunsteineri (SAUTER ex REICHENBACH) SOÓ (1962)

Traunsteiners Fingerwurz

Wuchshöhe 15- 40 cm.
Die Pflanze macht einen zierlichen, schlanken Eindruck. Der Stängel ist oben purpurn überlaufen, kantig und meist markig. Die schmalen, lineal-lanzettlichen, auf der Oberseite meist deutlich gefleckten Laubblätter stehen schräg ab, sind rinnig gefaltet und gekielt.
Auch die Tragblätter sind lineal- lanzettlich geformt, braun purpurn gefärbt und in etwa so lang wie der Fruchtknoten.
Der Blütenstand ist zylindrisch, relativ arm- und lockerblütig.
Die verhältnismäßig großen Blüten sind meist purpurviolett gefärbt, die seitlichen Sepalen sind zurückgeschlagen bis aufwärts gerichtet, das mittlere bildet mit den Petalen einen Helm. Die Blütenlippe ist mehr oder weniger deutlich dreilappig mit vorgezogenem Mittellappen und ist mit einen Schleifen- bzw. seltener Punktmuster auf dem helleren Mittelteil gezeichnet.

Der Sporn ist leicht abwärts gerichtet, gleichmäßig konisch zulaufend und etwas kürzer als der Fruchtknoten.
Benannt wurde diese relativ seltene Orchidee nach dem Tiroler Botaniker Joseph TRAUNSTEINER, welcher von 1798 bis 1850 lebte.
Das Hauptverbreitungsgebiet der sehr variablen Art sind die Alpen und das Alpenvorland, wobei eine wirklich sichere Artabgrenzung große Probleme bereitet, so das davon ausgegangen werden kann, das es von der Traunsteiners Fingerwurz "im weiteren Sinn" auch in anderen Gebieten Vorkommen gibt.
Sie besiedelt vorzugsweise feuchte bis nasse Hang- Quell- und Flachmoore
auf Kalk, wobei sie auch auf relativ sauren Böden angetroffen werden kann. Sie steht gern sonnig und verträgt keine allzu hohe Begleitvegetation.
Höhenverbreitung vom Tiefland bis ca. 2000 m
.
Blütezeit ist von Anfang Mai bis Mitte oder Ende Juli.

08.06.2003 Alpenvorland in Oberbayern
Hybriden: bekannt mit Dactylorhiza fuchsii, D. incarnata, D. majalis, D. lapponica und D.cruenta
08.06.2003 Alpenvorland in Oberbayern
08.06.2003 Alpenvorland in Oberbayern
07.07.2002 ein etwas selteneres, hellrosa gefärbtes Exemplar auf einer Feuchtwiese eines Alpentales.