Neotinea tridentata (SCOPOLI) R.M. BATEMAN, PRIDGEON & M.W. CHASE (1997)

Dreizähniges Knabenkraut

Wuchshöhe15- 35 cm.
Der relativ kräftige
Stängel der sonst zierlichen Pflanze ist hellgrün. Die Laubblätter sind ungefleckt, hellgrün meist mit einem silbrigen Schimmer und schmal lanzettlich geformt. Am Grund sind sie rosettig angeordnet, im oberen Bereich eher scheidenförmig, stängelumfassend.
Die Tragblätter sind ungefähr so lang wie der Fruchtknoten, linealisch geformt und an den Enden spitz zulaufend.
Der Blütenstand ist zumeist kugelig eiförmig, in Hochblüte auch hin und wieder zylindrisch werdend.
Die Perigonblätter der Blüten sind helmartig zusammengeneigt und weisen dunklere, rosaviolette Streifen auf. Charakteristisch sind vor allem die etwas nach hinten gebogenen, lang und spitz zulaufenden Enden der Perigonblätter die somit, die im Namen erwähnten, Zähne bilden.
Die zungenförmige Lippe ist meist deutlich mit dunkelrosa Punkten, manchmal auch Strichen gezeichnet, tief dreilappig mit einem zweiteiligen Mittellappen, der in seiner Bucht ein kleines Zähnchen besitzt. Die Ränder der Lippe sind mehr oder weniger fein gezähnt.
Der zylindrische, leicht abwärts gebogene Sporn ist etwas kürzer, bis gleich lang wie der Fruchtknoten.
Die attraktive, auffallende Orchidee ist in Deutschland sehr selten und nur in einzelnen Biotopen in Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg anzutreffen. Sie ist vor allem durch die Verwilderung , d. h. Verbuschung und Verfilzung ihrer Standorte gefährdet, da sie längere Beschattung nicht verträgt.
Die als mediterran geltende Orchidee kommt in diesem Gebiet auch verhältnismäßig häufig in geeigneten Biotopen vor, welche sonnige Wiesen und Magerwiesen, sehr lichte Stellen in Flaumeichen- und Kieferwäldern sind.
Sie bevorzugt kalkreiche Böden.
Ihre Höhengrenze erreicht sie bei ca.1500 m.
Blütezeit ist je nach Breitengrad und Höhenlage von Mitte April bis Anfang Juni.

05.05.2001 Thüringen
05.05.2001 Thüringen
Hybriden: Mit Neotinea ustulata und in Südeuropa mit Neotinea lactea bekannt.