Nigritella austriaca (TEPPNER & KLEIN) DELFORGE (1991)

Österreichisches Kohlröschen

Wuchshöhe 10- 15 cm . Der Stängel dieser eher gedrungenen Nigritella- Art ist kantig, die Laubblätter am Grund rosettig gehäuft, grasartig und nach oben hin stängelbegleitend und tragblattartig werdend. Je weiter sich die Blätter dem Blütenstand nähern, desto stärker ist der bräunlich rote Blattrand ausgeprägt.
Bei den Tragblättern des unteren Blütenkranzes ist der Rand in der Regel glatt oder nur vereinzelt mit einem ganz spärlichen Stiftchensaum versehen. Ähnlich wie bei Nigritella dolomitensis ist dies jedoch kein zuverlässiges Merkmal und kann bei der Bestimmung zwar Hilfsmittel, aber nicht ausschlaggebend sein.
Im Habitus ist das sich apomiktisch fortpflanzende
Österreichische Kohlröschen dem sich sexuell fortpflanzenden Schwarzen Kohlröschen zum Verwechseln ähnlich. Auch bei näherem Hinsehen ist die Unterscheidung nicht leicht.
Der Blütenstand ist im Gegensatz zum Schwarzen Kohlröschen kaum lang gestreckt, sondern fast immer halbkugelig bis kugelig - eher breit als hoch. Die Blütenfarbe ist "weicher", rötlich bis schokoladenbraun und die Blüten (vor allem die Lippen) sind für die recht kleine Nigritella- Art auffallend groß. Das breit- konkav geformte Labellum ist nicht eingeschnürt und erscheint somit als ausserordentlich breit.

Das Österreichische Kohlröschen wurde erst 1990 als eigenständige Sippe beschrieben.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den österreichischen Ostalpen über die bayerischen bis in die südtiroler Alpen. Auch in den französischen Westalpen wurde es nachgewiesen, wird aber hier als var. gallica nochmals unterschieden.
Ihr Biotop sind alpine, vor allem kurzrasige Bergwiesen meist oberhalb 1400 Höhenmeter. Offensichtlich ist sie auf Kalk angewiesen, wurde aber auch auf oberflächlich leicht versauerten Böden in Gesellschaft von Heidekraut nachgewiesen.
Blütezeit ist ungefähr mit N. rubra und ca. 2 Wochen vor N. rhellicani von Mitte Juni bist Anfang Juli.
Während N. austriaca sich in Hochblüte befindet, ist N. rhellicani noch knospend oder gerade aufblühend.
Ihre Höhenverbreitung liegt zwischen 1400 bis 2400 m.
Nigritella austriaca ist tetraploid - 2n=80.

04.07.2004 Salzburger Land in Österreich
11.07.2004 Sclierseer Alpen - Habitus -
Hybriden:
mit Nigritella rhellicani bekannt.
11.07.2004 Sclierseer Alpen
11.07.2004 Sclierseer Alpen - Habitus -
11.07.2004 Sclierseer Alpen - Nutzen oder Gefährdung? Der starke Vanillenduft scheint die Rinder abzuhalten sie auch mit zu vertilgen, aber gegen die Tritte der scharfen Hufe könnten nachhaltige Biotopschäden verursachen.
Andererseits halten die Kühe die Vegetation kurz.
11.07.2004 Sclierseer Alpen - Biotopaufnahme -
11.07.2004 Sclierseer Alpen