Nigritella dolomitensis (TEPPNER & KLEIN) HEDRÉN, E. KLEIN & TEPPNER (2000)

Dolomiten-Kohlröschen

Wuchshöhe 7- 20 cm . Der kräftige Stängel ist wie die Laubblätter hellgrün. Diese sind linealisch lanzettlich, stehen relativ steil nach oben und gehen im oberen Bereich in eine tragblattartige Form über.
Die Tragblätter sind schmal- lanzettlich, spitz zulaufend und an den Rändern rötlich braun überlaufen.
Der Blütenstand ist zu Beginn der Blühphase pyramidenförmig, später länglich eiförmig (länger als bei N. rhellicani, kürzer als bei N. rubra). Die Blütenfarbe ist leuchtend rot mit einem leichten Hang zum Violetten, am Ende der Anthese färben sich die unteren Blüten hell- rosa.
Da sich dieses Kohlröschen apomiktisch (Bildung von lebensfähigen Embryonen in der Samenanlage ohne vorherige Befruchtung) fortpflanzt und somit jedes Individuum praktisch all seine Gene vererbt, kommt es zu morphologischen Differenzen je nach Standort.
Es gibt Pflanzen mit breiten eiförmigen Lippen, andere wieder mit relativ schmalen Lippen.
Eine mehr oder weniger vorhandene Einschnürung der Lippe liegt jedoch immer im untersten Viertel
.
Das Dolomiten Kohlröschen wurde erst 1998 als eigene Art beschrieben. Die größten Vorkommen liegen in Südtirol, wobei es in jüngster Vergangenheit auch Funde in Bayern gab. Man nimmt an, dass es wegen der großen Ähnlichkeit zum Roten Kohlröschen in der Vergangenheit zu einigen Verwechslungen kam, so dass unter Umständen etliche Rote Kohlröschen in Wirklichkeit Dolomiten Kohlröschen sind. Es kommt meist auf flachgründigen Magerrasen vor und benötigt Kalk.
Blütezeit ist von Anfang bis Ende Juli.

28.06.2003 Ammergauer Alpen auf bayerischer Seite
Hybriden:
mit Nigritella rhellicani
28.06.2003 Ammergauer Alpen - Habitus - die Laubblätter sind steil am Stängel aufgerichtet -
28.06.2003 Ammergauer Alpen28.06.2003 Ammergauer Alpen