Ophrys oestrifera M.F.A. von BIEBERSTEIN (1808)

Gehörnte-Ragwurz

Das Unterscheiden der einzelnen Arten dieses Komplexes, zu welchem die kleinblütigere und länger gehörnte Ophrys cornutula, die größer blühende Ophrys heldreichii und die stumpfer gehörnte und kleinblütigere Ophrys bremifera gehören.
Vor allem die Übergangsformen zwischen den oben angeführten Species kann zu Bestimmungsschwierigkeiten führen.
Ophrys oestrifera ist im Habitus recht schlank und streckt den bis zu 16-blütigen Blütenstand bei Hochblüte weit nach oben, so dass Wuchshöhen von bis zu 45 cm erreicht werden können.

Die Perigonblätter dieser attraktiven Pflanzen sind hell- bis kräftigrosa gefärbt, die Sepalen elliptisch bis eiförmig geformt und mit einem grünen Mittelnerv durchzogen. Dieser verstärkt sich beim Einfluss von Ophrys dodekanensis (KRETZSCHMAR & ECCARIUS 2001).

Die Lippe ist stark dreigeteilt. Die Seitenlappen sind zu langen spitz zulaufenden, auf der Außenseite deutlich behaarten Höckern ausgebildet. Der Mittellappen ist stark konvex gewölbt und hat - als wichtiges Merkmal - seine größte Breite unterhalb der Mitte. Das dunkelorange gefärbte Basalfeld wird von einem kahlen, gelbumrandeten violetten Mal umgeben, was sich, in seiner Form sehr variabel, bis weit über die Hälfte des Mittellappens ziehen kann. Das gelblich grüne Anhängsel ist nach vorn gerichtet.
Das Verbreitungsgebiet von Ophrys oestrifera ist auf den ostmediterranen Bereich beschränkt. Hier erstreckt sich ihr Gebiet von Italien über Kroatien, Ungarn bis zur Halbinsel Krim in der Ukraine. Im südlicheren ostmediterranen Bereich sind ihre Vorkommen von Griechenland einigen ägäischen Inseln und der Türkei nachgewiesen. Im westlichen Mittelmeergebiet wird sie durch Ophrys scolopax vertreten.
Auf Rhodos gibt es typische Exemplare vor allem im Südteil der Insel, wobei sie aber (ausgenommen vom nördlichen Teil) relativ gleichmäßig über die ganze Insel verteilt ist.
Die Blütezeit ist von Ende März bis Mitte / Ende April.

16.04.2003 Lahania- Mesanagros
10..04.2003 Hohlakas
Hybriden:
mit Ophrys candica, Ophrys episcopalis, Ophrys heterochila, Ophrys rhodia und Ophrys holoserica s.l. bekannt.
10..04.2003 Hohlakas
10..04.2003 Hohlakas