Ophrys speculum LINK ssp. orientalis (H.F. PAULUS) KREUTZ (2007)

Östliche Varietät der Spiegel-Ragwurz

Die im gesamten Mittelmeerraum vorkommende Art Ophrys speculum wurden im Jahre 2001 von H. F. PAULUS in 2 Unterarten geteilt. Die auf Rhodos und anderen Regionen im ostmediterranen Bereich vorkommenden, in der Blütenfarbe wesentlich dunkleren Vertreter dieser Art, gehören zu ssp. orientalis.
Im Blütenbau sind beide Varietäten einander sehr ähnlich, jedoch ist die ostmediterrane Unterart am Lippenrand sehr dunkel, beinah schwarz gefärbt, das Spiegelmal ist bei der Westrasse von einem breiteren gelben Rand gesäumt, welcher auch die Seitenlappen einnimmt.
Interessanterweise sind diese Differenzen auf die Anpassung an die Bestäuberinsekten, in dem Falle die Dolchwespe Dasyscolia ciliata, zurückzuführen, welche ebenfalls in eine west- bzw. ostmediterrane Unterart geteilt ist. Diesen Unterschieden in der Färbung und Behaarung der Wespen haben sich die Orchideen in beeindruckender Weise angepasst (PAULUS; Ber. Arbeitskr. Heim. Orchid. 18 (2); 2001)
Die Wuchshöhe der Pflanzen liegt zwischen 10 und 25 cm.
Der Stängel und das Blattwerk sind recht kräftig ausgebildet.
Die Sepalen haben eine länglich-eiförmige Form und sind auf der Innenseite, hauptsächlich in der unteren Hälfte, dunkelviolett gestreift oder gefärbt. Das eiförmige mittlere Sepal ist stark nach vorn geneigt. Die Ränder der Sepalen, vor allem beim mittleren, sind nach außen aufgerollt.
Das Auffallendste an diesem Taxon ist ohne Zweifel die charakteristische, deutlich dreiteilige Lippe mit dem großen, blauglänzenden Spiegelmal, welches von einem schmalen gelb- orangen Saum umgeben ist.
Die Seitenlappen sind an den Innenflächen dunkelviolett bis schwarz gefärbt. Der Rand der gesamten Lippe ist von einem dunkelbraunen, bis schwarzen Haarkranz umgeben.
Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart reicht von Südalbanien, dem griechischem Festland über die gesamte Ägäis bis zur Südtürkei.
Ihre Wuchsorte sind die klassischen, meist orchideenreichen Standorte.
Ihre Blütezeit ist relativ früh, von Ende Februar bis Ende März, wir hatten Glück, bedingt durch den kühlen Jahresbeginn, Anfang April 2003 noch abblühende Exemplare vorzufinden.

12.04.2003 Apollona- Laerma
12.04.2003 Apollona- Laerma
Hybriden:
mit Ophrys ariadne und Ophrys regis-ferdinandii bekannt.
12.04.2003 Apollona- Laerma