Serapias orientalis (GREUTER) H. BAUM. & KÜNK. ssp. carica H. BAUMANN & KÜNKELE (1989)

Orientalischer Zungenständel
Karien- Unterart

Die Wuchshöhe dieser kräftigen, etwas gedrungen wirkenden Art liegt zwischen 20 und 40 cm.
Der kräftige, hellgrüne Stängel ist im oberen Bereich rot-violett überlaufen. Die Laubblätter sind breitlanzettlich (breiter als bei S. bergonii), am Grund rosettig angeordnet, schräg aufwärts gerichtet, teilweise abstehend. Die unteren sind meist etwas zurückgebogen, die oberen werden stängelumschließend und sind teilweise bereits violett überlaufen.
Die Tragblätter sind breitlanzettlich, die relativ großen Blüten nur im unteren Blütenstandsbereich überragend, sonst kürzer als diese.
Der Blütenstand ist als bei S. bergonii. Die 3 - 8 relativ großen Blüten sind dunkel bräunlich- violett gefärbt.
Die zu einem Helm zusammengeneigten Perigonblätter sind lang zugespitzt, außen grauviolett gefärbt und mit dunkleren Adern durchzogen.
Am Grund der zweigliedrigen Lippe befinden sich zwei dunklere, braun- violette, leicht divergierende Schwielen. (sie laufen vom Grund aus leicht schräg auseinander)
Die aufrecht gebogenen, dunkel-purpurnen Seitenlappen schauen deutlich aus dem Perigonhelm heraus.
Das Epichil (vordere Teil der Lippe) ist fast doppelt so lang als breit und im Durchschnitt 1,3 mal so lang wie das Hypochil, breitlanzettlich geformt, im Übergangsbereich von Hypochil zu Epichil relativ stark und hell behaart sowie mehr oder weniger stark zurückgekrümmt. Die Lippe ist schmäler als bei Serapias bergonii.
Serapias orientalis ssp. carica besitzt ein recht beschränktes Verbreitungsgebiet in der Westtürkei und den vorgelagerten Inseln wie den Kykladen, Lesbos, Samos und Rhodos. Hier kommt sie hauptsächlich im Süden der Insel vor.
Als Wuchsorte kommen grasige, offene und sonnige Stellen in Olivenhainen, der Phrygana und Macchia auf basischen bis kalkhaltigen Böden in Frage.
Blütezeit ist von Ende März bis Ende April.

09.04.2003 Lahania
16.04.2003 Gennadio - zusammen mit einem selteneren weißen Exemplar -
Hybriden:
mit Serapias bergonii bekannt.
09.04.2003 Lahania16.04.2003 Gennadio
10.04.2003 Kattavia